Gästebuch von Aktiv am Berg

 

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Michaela Werner Michaela Werner schrieb am 1. September 2017 um 23:23
Wir sind letzte Woche im Verwall gewandert. Da es für alle 8 Teilnehmer die erste Hüttenwanderung war, wussten wir nicht so richtig, was uns tagsüber und auch in den Hütten so erwartet. Völlig neu war für uns, dass es in den Alpen ein so riesiges Gebiet ohne jegliche Anzeichen von Zivilisation wie Straßen, Autos, Häuser und Stromleitungen gibt. Dort sind wirklich nur die Übernachtungshütten, die jeweils mehrere Stunden voneinander entfernt liegen. Man packt sich also morgens die Verpflegung für den ganzen Tag ein. Die Wasserflaschen können an den zahlreichen Gebirgsbächen wieder aufgefüllt werden. Zur Toilette ging's nach "Hinterstein". Unser Bergführer Michl hat uns bei der Ankunft am Nachmittag immer gezeigt, wo der Weg am nächsten Morgen weitergeht. Ein Anstieg von Hunderten von Höhenmetern direkt nach dem Frühstück auf einem felsigen Steilhang, an dem man den Weg gar nicht so recht erkennen kann, erschien uns zunächst nicht machbar, erwies sich aber im Laufe des Tages als durchaus zu bewältigen, so dass uns bald nichts mehr schocken konnte. Alle Teilnehmer der Gruppe und unser Bergführer Michl waren glücklicherweise mit sehr viel Humor ausgestattet, so dass es tagsüber trotz der anstrengenden Auf- und Abstiege sehr lustig zuging.
Die Aussichten waren einfach überwältigend. Besonders wenn man wieder durch eine Scharte in das nächste Tal gelangte, boten sich spektakuläre Blicke auf blau-grüne Bergseen, Schneefelder und unendlich viele Gipfel. Die Wanderwege führten über Felsblöcke, große Steine, Geröll, Schnee, durchs Bachbett oder über Wiesen und waren oft so steil, dass man sich ziemlich auf seine Füße konzentrieren musste und für den Panoramablick lieber mal stehen blieb. An den schwierigen Stellen hat Michl vorher erklärt, wie man dort am besten durchkommt. Es hat bei allen bestens geklappt und an manchen Stellen war der ein oder andere ein bisschen stolz, die Passage so gut gemeistert zu haben. Wir haben auf unserem Weg das 1944 abgestürzte und erst jetzt vom Gletscher freigegebene Flugzeug gesehen, zahlreiche Murmeltiere und ein großes Rudel Steinböcke beobachtet. Das Wetter war spitze. Wir haben keinen Regentropfen abgekriegt, lediglich ein bisschen Schneegriesel. Wir haben gelernt, dass – auch an Tagen, in denen man in kurzer Hose und T-Shirt geht- Jacke, Mütze, Tuch und Handschuhe immer in Reichweite sein müssen. Die morgendliche Frage "Was ziehe ich heute an?" hat in den Bergen eine andere Dimension. Die Entscheidung wird aber durch einen Blick auf den Bergführer beim Frühstück erleichtert.
Die Hütten waren sehr unterschiedlich. Manche punkten mit ihrem urigen Charme, andere mit ihren neuen Sanitäranlagen. Das Essen schmeckte in allen Hütten sehr lecker. Es gibt auch immer Alternativen, wenn einem das Gericht mal nicht zusagt. Für den ein oder anderen war das Schlafen im Lager etwas gewöhnungsbedürftig. Alle Hütten waren voll belegt. Da ist es sehr entspannt, wenn für die Gruppe von Aktiv am Berg bereits ein Tisch reserviert ist und der Bergführer mit dem Wirt klärt, wo die Schlafplätze sind, während sich die Teilnehmer erstmal erschöpft einen Apfelstrudel mit Cappuccino gönnen. Wir haben eine herrliche Woche verbracht. Es passte alles: Das Wetter, die sympathischen Mitwanderer und die Stimmung. VIelen Dank an das Team von Aktiv am Berg und an Michl. Wir haben als nächstes die Steinbocktour ins Auge gefasst, gerne wieder in derselben Zusammensetzung.
Danke an Michl, Holger, Maike, Ralf, Sven und Helmuth von Michaela, Josef und Volker
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